- Demir, Münevver (Berlin). Vortrag: Die neuen Medikamente für die MASLD. Sitzung: Metabolische Fettlebererkrankungen: Multidisziplinäre Therapieansätze. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2026, Wiesbaden, 18.04.2026.
Mit Resmetirom steht seit August 2025 erstmals ein gezielt für die MASH (metabolisch Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis) entwickelter Wirkstoff zur Verfügung. Zugelassen ist er für Erwachsene mit nichtzirrhotischer MASH und F2-/F3-Fibrose. Als selektiver THR-β-Agonist senkt Resmetirom die intrahepatische Fettakkumulation und verringert die Lipotoxizität. Daneben wurden auch günstige Effekte auf LDL-Cholesterin und Triglyzeride beobachtet.
Detaillierte Informationen zu Indikation, Ausschlusskriterien und Therapieüberwachung sind im Amendment „Resmetirom“ zur S2k-Leitlinie „Metabolische Lebererkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zusammengefasst.
Hier einige besonders relevante Aspekte:
Semaglutid, bereits aus der Diabetologie und der Adipositastherapie bekannt, hat sich auch bei der Behandlung der MASH als nützlich erwiesen. In einer Studie konnte durch die wöchentliche Gabe von 2,4 mg Semaglutid ein Rückgang der MASH und eine Verbesserung der Leberfibrose erzielt werden. Der GLP-1-Rezeptor-Agonist ist seit April 2026 für MASH mit F2-/F3-Fibrose zugelassen. Inwieweit die Behandlungskosten für diese Indikation von den Krankenkassen übernommen werden, ist derzeit noch nicht absehbar.
Prof. Demir ging darüber hinaus auf weitere Substanzen ein, die für die MASH bislang noch nicht zugelassen sind, jedoch vielversprechende Daten aufweisen. Hierzu zählen etwa Tirzepatid und Survodutid. Beide greifen frühzeitig in das Krankheitsgeschehen ein.
Wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, kommen möglicherweise in Zukunft FGF21-Analoga wie Efruxifermin oder Pegozafermin in Betracht. Ihre Effekte beruhen unter anderem darauf, dass sie die de-novo-Lipogenese in der Leber drosseln, die Lipotoxizität als zentralen Mechanismus der MASH-Pathogenese verringern und die Insulinsensitivität verbessern. Zudem werden direkte antifibrotische Wirkungen diskutiert, sodass Entzündung und Fibrose günstig beeinflusst werden können.
Derzeit stehen mit Resmetirom und Semaglutid zwei medikamentöse Optionen für Patienten mit MASH und F2-/F3-Fibrose zur Verfügung. Bei Resmetirom kann die Indikation auf Basis elastographischer Verfahren gestellt werden. Gleichzeitig befinden sich weitere vielversprechende Substanzen in Phase-3-Studien, darunter Wirkstoffe, die bei weiter fortgeschrittener Erkrankung ansetzen könnten.
Dieser Artikel entstand im Rahmen des 132. DGIM-Kongresses. Weitere Highlights vom DGIM 2026 finden Sie in unserer Kongressberichterstattung.