Medikamente bei MASLD: Semaglutid und Co. als Option

Welche Medikamente bremsen die MASLD bereits, und welche stehen kurz vor der Zulassung? Ein Überblick vom DGIM-Kongress.

Das Wichtigste auf einen Blick zu Medikamenten bei MASLD

Bereits zugelassen: Resmetirom

Mit Resmetirom steht seit August 2025 erstmals ein gezielt für die MASH (metabolisch Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis) entwickelter Wirkstoff zur Verfügung. Zugelassen ist er für Erwachsene mit nichtzirrhotischer MASH und F2-/F3-Fibrose. Als selektiver THR-β-Agonist senkt Resmetirom die intrahepatische Fettakkumulation und verringert die Lipotoxizität. Daneben wurden auch günstige Effekte auf LDL-Cholesterin und Triglyzeride beobachtet.

Detaillierte Informationen zu Indikation, Ausschlusskriterien und Therapieüberwachung sind im Amendment „Resmetirom“ zur S2k-Leitlinie „Metabolische Lebererkrankungen“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zusammengefasst.

Hier einige besonders relevante Aspekte:

  • Für die Praxis wichtig: Eine Leberbiopsie ist zur Indikationsstellung nicht zwingend erforderlich. Geeigne
  • Die Patienten können auch nichtinvasiv mittels Elastographie identifiziert werden.
  • Zu beachten sind verschiedene Ausschlusskriterien: Resmetirom ist unter anderem nicht für Patienten mit bildgebenden oder laborchemischen Hinweisen auf eine Zirrhose zugelassen. Auch bei fehlender signifikanter Fibrose, etwa bei einer Lebersteifigkeit unter 8 kPa, besteht keine Empfehlung für eine Behandlung.
  • Vor Therapiebeginn sowie im weiteren Verlauf ist ein regelmäßiges Monitoring erforderlich. Dazu gehören beispielsweise Leber- und Lipidprofil, Schilddrüsenwerte sowie nichtinvasive Verfahren zur Beurteilung der Fibrose (VCTE/MRE).
  • Nach zwölf Monaten sollte anhand der Monitoring-Parameter geprüft werden, ob die Therapie fortgeführt werden sollte.

Neuer Einsatzbereich für Semaglutid

Semaglutid, bereits aus der Diabetologie und der Adipositastherapie bekannt, hat sich auch bei der Behandlung der MASH als nützlich erwiesen. In einer Studie konnte durch die wöchentliche Gabe von 2,4 mg Semaglutid ein Rückgang der MASH und eine Verbesserung der Leberfibrose erzielt werden. Der GLP-1-Rezeptor-Agonist ist seit April 2026 für MASH mit F2-/F3-Fibrose zugelassen. Inwieweit die Behandlungskosten für diese Indikation von den Krankenkassen übernommen werden, ist derzeit noch nicht absehbar.

Weitere Wirkstoffe mit Potenzial

Prof. Demir ging darüber hinaus auf weitere Substanzen ein, die für die MASH bislang noch nicht zugelassen sind, jedoch vielversprechende Daten aufweisen. Hierzu zählen etwa Tirzepatid und Survodutid. Beide greifen frühzeitig in das Krankheitsgeschehen ein.

  • Für den dualen GLP-1-/GIP-Rezeptor-Agonisten Tirzepatid zeigte sich in einer Phase-2-Studie bei MASH mit F2-/F3-Fibrose nach 52 Wochen ein maximaler Effekt von 52 % bei der MASH-Auflösung und von 25 % bei der Fibroseregression.
  • Für den dualen GLP-1-/Glukagon-Rezeptor-Agonist Survodutid wurden bei MASH mit F1- bis F3-Fibrose nach 48 Wochen noch höhere Effekte berichtet: 66 % für die MASH-Verbesserung, 55 % für die MASH-Auflösung und 27 % für die Fibroseregression. Als Besonderheit von Survodutid hob Prof. Demir den Glukagon-Agonismus hervor, der auch direkte hepatische Effekte vermitteln könnte.

Wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, kommen möglicherweise in Zukunft FGF21-Analoga wie Efruxifermin oder Pegozafermin in Betracht. Ihre Effekte beruhen unter anderem darauf, dass sie die de-novo-Lipogenese in der Leber drosseln, die Lipotoxizität als zentralen Mechanismus der MASH-Pathogenese verringern und die Insulinsensitivität verbessern. Zudem werden direkte antifibrotische Wirkungen diskutiert, sodass Entzündung und Fibrose günstig beeinflusst werden können.

Fazit

Derzeit stehen mit Resmetirom und Semaglutid zwei medikamentöse Optionen für Patienten mit MASH und F2-/F3-Fibrose zur Verfügung. Bei Resmetirom kann die Indikation auf Basis elastographischer Verfahren gestellt werden. Gleichzeitig befinden sich weitere vielversprechende Substanzen in Phase-3-Studien, darunter Wirkstoffe, die bei weiter fortgeschrittener Erkrankung ansetzen könnten.

Dieser Artikel entstand im Rahmen des 132. DGIM-Kongresses. Weitere Highlights vom DGIM 2026 finden Sie in unserer Kongressberichterstattung.

Quelle:
  1. Demir, Münevver (Berlin). Vortrag: Die neuen Medikamente für die MASLD. Sitzung: Metabolische Fettlebererkrankungen: Multidisziplinäre Therapieansätze. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) 2026, Wiesbaden, 18.04.2026.