- Kahleova H, Himmelfarb J, Barnard ND. Not all ultra-processed foods are created equal: a review. BMJ Nutrition, Prevention & Health. 2026;:e001358. https://doi.org/10.1136/bmjnph-2025-001358
In großen Ernährungsstudien werden hochverarbeitete Lebensmittel häufig mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weitere chronische Erkrankungen in Verbindung gebracht. Nach den NOVA-Kriterien gelten jedoch sehr unterschiedliche Produkte als „hochverarbeitet“ – von Limonade bis zu abgepacktem Vollkornbrot. Daher ist ein pauschales Urteil schwierig. Eine Forschergruppe ist der Frage nachgegangen, ob verschiedene hochverarbeitete Produktgruppen tatsächlich gleichermaßen mit ungünstigen gesundheitlichen Folgen einhergehen oder ob man hier mehr differenzieren sollte.
In die Review-Arbeit wurden 14 Publikationen einbezogen, bei denen Untergruppen hochverarbeiteter Lebensmittel separat betrachtet wurden (z. B. gesüßte Getränke, Brot, Fleisch). Es wurde untersucht, inwieweit diese einzelnen Produktkategorien mit Diabetes- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie mit der Sterblichkeit zusammenhängen.
In den Studien zeigte sich wiederholt, dass die folgenden Gruppen hochverarbeiteter Lebensmittel mit Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und erhöhter Sterblichkeit assoziiert waren:
Hochverarbeitetes Brot, Cerealien, Kekse sowie einige Vollkornprodukte schnitten dagegen deutlich besser ab – sie gingen sogar mit günstigen kardiometabolischen Effekten einher.
Bei Süßwaren und Desserts ist das Gesamtbild dagegen weniger einheitlich. Der Grund: In dieser Kategorie wurden je nach Studie sehr unterschiedliche Produkte zusammengefasst – von Kuchen bis Schokolade, Eis oder Milchdesserts. Je nachdem, welche Süßigkeiten konsumiert wurden, zeigte sich ein anderes Ergebnis.
Dass die Nahrungsmittel mit unterschiedlichen kardiometabolischen Effekten einhergehen, lässt sich unter anderem durch folgende Mechanismen erklären:
Die zentrale Botschaft der Übersichtsarbeit lautet: Nicht alles, was gemäß der NOVA-Klassifizierung als „hochverarbeitet“ gilt, ist automatisch ungesund. Zu den Nahrungsmitteln, bei denen sich wiederholt ungünstige kardiometabolische Folgen und ein erhöhtes Mortalitätsrisiko zeigen, gehören verarbeitetes Fleisch, süße Getränke sowie fettreiche Saucen und Aufstriche. Bei Brot, Cerealien, Keksen und Vollkornprodukten braucht es eine differenziertere Betrachtung. Gerade Vollkornprodukte können dabei helfen, sich insgesamt pflanzenbasierter und ballaststoffreicher zu ernähren. Somit können sie trotz ihres hohen Verarbeitungsgrads vorteilhaft für die Gesundheit sein.