Weniger Leberkomplikationen unter SGLT-2-Hemmern bei Fettleber?

Eine Kohortenstudie zeigt: Bei metabolisch assoziierter Fettlebererkrankung (MASLD) traten unter SGLT-2-Hemmern seltener schwere Leberkomplikationen auf als unter Glitazonen – jedoch nicht seltener als unter GLP-1-Rezeptoragonisten.

SGLT-2-Hemmer bei MASLD – das Wichtigste in Kürze

In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden Erwachsene mit MASLD eingeschlossen, die zwischen 2014 und 2022 erstmals mit einem SGLT-2-Hemmer (Dapagliflozin, Empagliflozin, Ipragliflozin oder Ertugliflozin), einem GLP-1-Rezeptoragonisten (Dulaglutid, Lixisenatid, Liraglutid, Exenatid oder Albiglutid) oder einem Glitazon (Lobeglitazon oder Pioglitazon) behandelt wurden.

Der primäre Endpunkt war eine Kombination schwerer Leberkomplikationen: Aszites, Ösophagusvarizen mit Blutung, Leberversagen oder Lebertransplantation. Sekundäre Endpunkte umfassten die einzelnen Komponenten dieses Sammelendpunkts sowie die Sterblichkeit durch und die Gesamtsterblichkeit.

Insgesamt gingen 22.550 Patienten in den SGLT-2-vs-GLP-1-Vergleich und 191.628 in den SGLT-2-vs-Glitazon-Vergleich ein. Nach durchschnittlich 2,1 Jahren zeigten sich folgende Ergebnisse:

Subgruppen: Besonders Frauen und jüngere Patienten profitieren von SGLT-2-Hemmern

In den Subgruppenanalysen zeigte sich ein Alters- und Geschlechtseffekt: 

Diese Unterschiede waren statistisch signifikant. In Sensitivitätsanalysen blieben die Resultate stabil.

Relevanz für den Praxisalltag

Die Ergebnisse dieser großen Kohortenstudie stützen den Einsatz von SGLT-2-Hemmern zur Reduktion schwerer Leberkomplikationen bei Patienten mit MASLD, insbesondere im Vergleich zu Glitazonen. Gegenüber GLP-1-Rezeptoragonisten war im Gesamtkollektiv kein signifikanter Vorteil erkennbar – in der Subgruppe der Patienten unter 65 Jahren jedoch zeigte sich ein klarer Nutzen zugunsten der SGLT-2-Hemmer. Die Daten sprechen dafür, bei jüngeren und weiblichen Patienten mit metabolisch bedingter die Option SGLT-2-Hemmer in der Therapieplanung stärker zu berücksichtigen.

Es handelt sich um Real-World-Daten aus einer Beobachtungsstudie; kausale Aussagen sind daher nicht möglich. Weitere Studien, auch mit neueren GLP-1-Agonisten, sind erforderlich, um die optimale Therapie bei MASLD zu definieren.

Quelle:
  1. Bea S, Ko HY, Bae JH, Cho YM, Chang Y, Ryu S, Byrne CD, Shin JY. Risk of hepatic events associated with use of sodium-glucose cotransporter-2 inhibitors versus glucagon-like peptide-1 receptor agonists, and thiazolidinediones among patients with metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease. Gut. 2025 Jan 17;74(2):284-294. doi: 10.1136/gutjnl-2024-332687. PMID: 39242193; PMCID: PMC11874371.