Ihr Wegweiser durch die FOBI 2026 in München

Vom 6.-10. Juli 2026 findet die Fortbildungswoche (FOBI) für Dermatologie und Venerologie statt – und feiert in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum. Highlights aus dem Programm hier im Überblick.

Hands-on zum Auftakt: Das Vorprogramm an der LMU

Bereits vor der Kongresseröffnung stehen praxisnahe Formate auf dem Plan – viele davon sind erfahrungsgemäß schnell ausgebucht.

Den Einstieg bildet am Montag, 6. Juli (09:00 – 16:30 Uhr) der Sonographiekurs der Haut und Subkutis inklusive subkutaner Lymphknoten nach DEGUM-Richtlinien (Aufbaukurs Modul I) unter Leitung von Monika-Hildegard Schmid-Wendtner. Der zertifizierte Kurs verbindet physikalisch-technische Grundlagen mit konkreten Untersuchungstechniken – vom B-Mode über die farbkodierte Duplexsonographie bis zur 20-MHz-Sonographie in der Tumordiagnostik. Im praktischen Teil sonographieren die Teilnehmenden selbstständig an Probanden und können eigene Befunde zur Testierung mitbringen.

Am Dienstag, 7. Juli rückt die operative Dermatologie in den Mittelpunkt: Der Hands-On Workshop Dermatochirurgie – Grundlagen (09:00 – 12:00 Uhr) unter Leitung von Daniela Hartmann führt mit Übungen an Schweinekopfpräparaten in Spindelexzisionen, Nahttechniken und einfache Lappenplastiken ein. Am Nachmittag schließt der Aufbaukurs Dermatochirurgie für Fortgeschrittene (13:30 – 16:30 Uhr) mit komplexen Lappenplastiken an.

Ebenfalls am Dienstag widmet sich die Sitzung „Neues zur Versorgung chronischer Wunden“ (13:00 – 17:00 Uhr) einem versorgungsrelevanten Dauerthema. Unter Leitung von Cornelia Erfurt-Berge, Till Kämmerer und Benjamin Kendziora geht es um Ursachen, Lokal- und Kompressionstherapie, den Stellenwert der Ernährung sowie digitale Lösungen in der Wunddokumentation. Der Kurs ist mit 4 UE für das DDA-Zertifikat „Wundmanagement“ anrechenbar.

Kongresseröffnung und die großen Plenarsitzungen

Der wissenschaftliche Hauptteil im ICM startet am Mittwoch, 8. Juli (09:00 Uhr) mit der Kongresseröffnung durch Kongresspräsident Lars French, gefolgt von Grußworten von Ralph von Kiedrowski (BVDD) und Mark Berneburg (DDG).

Direkt im Anschluss bündeln die Plenarsitzungen die zentralen Entwicklungen des Faches:

Pädiatrische Dermatologie (Mi., 8. Juli, 09:30 – 10:30 Uhr)

Unter dem Vorsitz von Kathrin Giehl beleuchtet diese Sitzung neue Entwicklungen der Kinderdermatologie (Annika Vogt), die Differenzialdiagnostik und Therapie der atopischen Dermatitis bei Kindern (Hagen Ott) sowie die praxisnahe Frage „Nävi bei Neugeborenen und Kindern – was tun, was lassen?“ (Sven Krengel).

Dermatologische Onkologie (Mi., 8. Juli, 11:00 – 12:30 Uhr)

Lucie Heinzerling führt durch ein hochaktuelles Programm: Neues zur Melanomtherapie (Elisabeth Livingstone), RNA-Vakzinierung beim Melanom (Stephan Grabbe), das Zusammenspiel von Immuntherapie und Mikrobiom (Hendrik Poeck) sowie ein Update zum Non-Melanoma Skin Cancer (Carola Berking).

Dermatologische Infektiologie (Do., 9. Juli, 11:00 – 12:30 Uhr)

Unter dem Vorsitz von Christiane Pfeiffer stehen ein Update zu antiinfektiösen Therapien (Amir Yazdi), das Dauerproblem Skabies und Parasitosen (Cord Sunderkötter), Neues zu STI (Georg Stary) und therapeutische Probleme bei Mykosen (Pietro Nenoff) im Fokus.

Neue Therapeutika bei entzündlichen Hauterkrankungen (Fr., 10. Juli, 09:00 – 10:00 Uhr)

Vorträge zu chronischem Juckreiz (Sonja Ständer), zum integrativen Management der Hidradenitis suppurativa (Falk Bechara) sowie zu aktuellen Entwicklungen bei lichenoiden und granulomatösen Erkrankungen (Felix Lauffer) stehen auf dem Plan.

Auf den Punkt gebracht: Hot Topics und Neuerungen

Für den kompakten Überblick über die wichtigsten Neuerungen sorgen zwei Sitzungen am Freitag:

Hot Topics (Fr., 10. Juli, 11:00 – 12:00 Uhr)

Unter Vorsitz von Hans Wolff geht es um hochaktuelle Querschnittsthemen: KI in der Dermatologie – Stand 2026 (Thomas Dirschka), das Konzept der Disease Modification (Kilian Eyerich), sinnvolle Blutdiagnostik in der Dermatologie (Jan Ehrchen) und das Management von Patienten mit aktinischen Keratosen und Feldkanzerisierung (Julia Welzel).

What’s New 2024–2026 (Fr., 10. Juli, 13:30 – 15:00 Uhr)

Diese Sitzung unter Leitung von Lars French liefert das große Update über Fachgrenzen hinweg – von Neuem aus der Forschung (Michel Gilliet) über Trichologie (Ulrike Blume-Peytavi), chronische Wunden (Jürg Hafner), Lichtschäden und Photoprotektion (Mark Berneburg) sowie Gesichtsdermatosen (Martin Schaller) bis hin zu praxisrelevanten Neuerungen bei der Abrechnung (Ralph von Kiedrowski).

Praktisches Krankheitsmanagement

Typisch FOBI sind die Sitzungen zum „Praktischen Krankheitsmanagement“ – ohne Voranmeldung im Rahmen der Kongressregistrierung kostenfrei besuchbar (vor Ort gilt das First-come-first-served-Prinzip).

Psychosomatik und Dermatologie (Mi., 8. Juli, 16:00 – 18:15 Uhr)

Unter der Leitung von Uwe Gieler und Christian Stierle geht es um Kommunikation und Compliance: in der Psychotherapie über Internet, beim Shared Decision Making (Gabriele Rapp) sowie beim Umgang mit Dermatillomanie und Trichotillomanie (Andrea Eisenberg).

STI (Do., 9. Juli, 16:00 – 18:15 Uhr)

Norbert Brockmeyer, Teodora Pumnea und Helmut Schöfer widmen sich der aktuellen Urethritis-Diagnostik, dem Einfluss des Klimawandels auf STI (Claudia Traidl-Hoffmann), der Aufklärung Jugendlicher sowie den Differenzialdiagnosen genitoanaler Ulzera.

Genetische Hautkrankheiten (Do., 9. Juli, 16:00 – 18:15 Uhr)

Mark Berneburg und Kathrin Giehl spannen den Bogen von erythematös-schuppender Haut im frühen Kindesalter (Regina Fölster-Holst) über diagnostische Fallstricke bei Exom- und Whole-Genome-Analysen (Judith Fischer) sowie Pigmentierungserkrankungen (Regina Betz) bis hin zum Update Epidermolysis bullosa (Johann Bauer).

Mykologie (Fr., 10. Juli, 15:15 – 17:30 Uhr)

Pietro Nenoff und Silke Uhrlaß bündeln ein dezidiert praxisnahes Programm: aktuell relevante Pilze, Diagnostik und Therapie der Onychomykose (Bartosz Malisiewicz), molekulare Diagnostik, das brisante Thema Terbinafin-Resistenz (Philipp Bosshard) und die Leitlinie Tinea capitis 2026 (Annette Kolb-Mäurer).

Ästhetische Dermatologie

Der Workshop „Grundlagen der Ästhetischen Dermatologie“ (Do., 9. Juli, 16:00 – 18:15 Uhr) unter Leitung von Claudia Borelli und Marlene Seegräber behandelt Skinbooster und Kollagenstimulatoren, die Patientenberatung sowie das Handling von Nebenwirkungen.

Im Aufbau-Workshop „Filler und Neues aus der ästhetischen Dermatologie“ (Fr., 10. Juli, 15:15 – 17:30 Uhr) geht es um Exosomen, Polynukleotide, PRP und Wachstumsfaktoren (Michael Weidmann), Neuigkeiten zu Filler und Botox (Claudia Borelli) sowie Live-Behandlungen mit Hyaluronsäure (Josef Pilz, Carlo Hasenöhrl).

Fazit

Mit ihrem Mix aus großen Plenarsitzungen, Krankheitsmanagement-Kursen und einer Vielzahl praktischer Hands-on-Workshops bleibt die FOBI 2026 ihrem Anspruch treu, Fortbildungen konsequent vom Praxisalltag her zu denken.

Dieser Überblick stellt nur eine Auswahl aus dem reichhaltigen Programm dar. Ein Blick ins vollständige Programm lohnt sich.

Quelle
  1. https://fortbildungswoche.de/programm-2026/