Multiples Myelom: Belantamab-Mafodotin wirkt auch nach 4 Jahren

Aktuelle Daten der DREAMM-7-Studie bestätigen die anhaltende Wirksamkeit einer Belantamab-Mafodotin-haltigen Therapie beim vorbehandelten Multiplen Myelom.

DREAMM-7: BCMA- gegen CD38-Antikörper beim Multiplen Myelom

In DREAMM-7 wurden Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplem Myelom nach mindestens einer Vortherapie randomisiert zwei Behandlungsarmen zugeteilt. Eine Gruppe erhielt Belantamab Mafodotin, Bortezomib und Dexamethason, die Vergleichsgruppe erhielt Daratumumab, Bortezomib und Dexamethason. Beide Kombinationstherapien wurden zunächst über acht Zyklen gegeben, danach wurde die Behandlung mit Belantamab Mafodotin beziehungsweise Daratumumab als Monotherapie fortgeführt.

Der Unterschied zwischen den beiden Armen lag also im zielgerichteten Antikörper: Belantamab Mafodotin richtet sich gegen BCMA, Daratumumab gegen CD38. Beide Zielstrukturen sind beim Multiplen Myelom therapeutisch relevant.

Der primäre Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben. Weitere Endpunkte umfassten u. a. das Gesamtüberleben, das Ansprechen, die Krankheitskontrolle im weiteren Verlauf, die Lebensqualität und die längerfristige Sicherheit.

Anhaltender Vorteil beim Gesamtüberleben

In die aktuelle Auswertung gingen 243 Patienten im Belantamab-Arm und 251 Patienten im Daratumumab-Arm ein. Alle hatten ein rezidiviertes oder refraktäres Multiples Myelom und mindestens eine vorherige Therapielinie erhalten.

Beim Gesamtüberleben schnitt der Belantamab-Arm auch in der längeren Nachbeobachtung günstiger ab:

  • Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 52,9 Monaten war das mediane Gesamtüberleben im Belantamab-Arm noch nicht erreicht, was die ausgeprägte und langfristige klinische Wirksamkeit des Regimes unterstreicht. 
  • Im Daratumumab-Arm lag das mediane Gesamtüberleben bei 58,3 Monaten. Die Hazard Ratio für das Gesamtüberleben betrug 0,62.

Auch bei stärker vorbehandelten Patienten blieb dieses Signal sichtbar: Bei Patienten, die bereits mindestens zwei vorherige Therapielinien erhalten hatten, war das mediane Gesamtüberleben unter der Belantamab-Kombination ebenfalls noch nicht erreicht.

Besseres Ansprechen und längere Krankheitskontrolle

Neben dem Gesamtüberleben werteten die Autoren aus, wie viele Patienten eine vollständige oder nahezu vollständige Rückbildung der Erkrankung erreichten. Unter Belantamab Mafodotin, Bortezomib und Dexamethason war dies häufiger der Fall als im Vergleichsarm: Eine komplette Remission oder eine sogenannte stringente komplette Remission* erreichten 38 % der Patienten. Unter Daratumumab, Bortezomib und Dexamethason waren es 21 %.

Auch bei Patienten mit kompletter oder stringenter kompletter Remission hielt die Krankheitskontrolle im Belantamab-Arm länger an: Das mediane progressionsfreie Überleben ab Randomisierung war nach einer medianen Studien-Nachbeobachtungszeit von 52,9 Monaten noch nicht erreicht. Im Daratumumab-Arm lag es bei vergleichbar gut ansprechenden Patienten bei 45,0 beziehungsweise 56,2 Monaten.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Patienten mit sehr guter partieller Remission. In dieser Gruppe betrug das mediane progressionsfreie Überleben 27,7 Monate im Belantamab-Arm gegenüber 18,0 Monaten im Daratumumab-Arm.

Des Weiteren fielen die 4-Jahres-Überlebensraten im Belantamab-Arm günstig aus: Sie lagen bei 98 % für Patienten mit stringenter kompletter Remission und bei 82 % für Patienten mit kompletter Remission.

Sicherheitsprofil ohne neue Auffälligkeiten

Auch nach mehr als 4 Jahren Nachbeobachtung ergaben sich keine neuen Sicherheitssignale. Das Sicherheitsprofil blieb damit im Rahmen dessen, was bereits für die Belantamab-haltige Kombination beschrieben wurde. Häufiger dokumentiert wurden unter anderem Thrombozytopenien, Infektionen und Pneumonien.

Die Autoren berichten zudem, dass sich die Infektionsraten im Langzeitverlauf nicht auffällig veränderten. Insgesamt stützen die Langzeitdaten damit die bisherige Einschätzung zur Sicherheit der Kombination, ohne neue relevante Risiken zu zeigen.

Lebensqualität blieb im Verlauf stabil

Ein weiterer wichtiger Aspekt unter der Therapie ist die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten. Diese blieb in der Belantamab-Kohorte über den langen Beobachtungszeitraum stabil.

Fazit:

Die aktualisierten DREAMM-7-Daten untermauern die Rolle von Belantamab Mafodotin, Bortezomib und Dexamethason als hocheffektive Behandlungsoption beim rezidivierten oder refraktären Multiplen Myelom nach mindestens einer Vortherapie. Besonders relevant ist der direkte Vergleich mit einem etablierten Daratumumab-basierten Schema: Auch nach mehr als 4 Jahren zeigte sich ein Vorteil beim Gesamtüberleben, begleitet von höheren Raten kompletter Remissionen und längerer Krankheitskontrolle.

* Eine stringente komplette Remission bezeichnet ein komplettes Ansprechen nach besonders strengen Studienkriterien, unter anderem ohne Nachweis klonaler Plasmazellen im Knochenmark.

Quelle:
  1. Hungria V. et al. Belantamab mafodotin, bortezomib, and dexamethasone vs daratumumab, bortezomib, and dexamethasone in relapsed/refractory multiple myeloma: updated 4-year results of the phase 3 DREAMM-7 trial. Poster PS1862, Poster Session, EHA Congress 2026, 13.06.2026.