Lipödem in der Versorgungsrealität

Jede zehnte Frau ist betroffen – doch Expertise und Kapazitäten für eine fachgerechte Liposuktion sind begrenzt. Prof. Taeger im Interview über konkrete Befunde, klare Differenzialdiagnostik und realistische Therapieziele für den Praxisalltag.

Versorgungslücke Lipödem: Hohe Fallzahlen, wenig Expertise

Schätzungen zufolge ist jede zehnte Frau in Deutschland vom Lipödem betroffen. Doch die Zahl der Kollegen, die eine fachgerechte operative Therapie beherrschen, ist gering. Prof. Taeger erklärt, warum Erwartungshaltung und reale Versorgungskapazität in Deutschland weit auseinanderklaffen.

Diagnostische Grauzone: Wo die S2k-Leitlinie an ihre Grenzen stößt

Das Lipödem im Frühstadium lässt sich kaum objektivieren – es gibt keinen beweisenden Test. Warum die neue Leitlinie die klassischen Stadien zurückgenommen hat und weshalb gerade hier ärztliche Erfahrung und Zeit in der Sprechstunde unersetzlich bleiben, erläutert Prof. Taeger im Interview.

Lipödem, Lymphödem oder Adipositas? Differenzialdiagnose in 5 Minuten

Symmetrische vs. asymmetrische Volumenzunahme, Blick auf Hände und Füße, Waist-to-Height-Ratio statt BMI: Prof. Taeger zeigt konkrete klinische Hilfsmittel, mit denen sich die drei Krankheitsbilder schnell und sicher voneinander abgrenzen lassen – inklusive der häufigen Mischbilder.

Gewichtsmanagement, GLP-1 und der Teufelskreis der Schuldzuweisung

Standardempfehlungen wie „mehr Bewegung, weniger Gewicht“ greifen bei Lipödempatientinnen oft zu kurz – und können sogar schaden, wenn sie als Schuldzuweisung verstanden werden. Prof. Taeger plädiert für mehr Empathie und einen sensiblen Umgang mit dem Wechselspiel aus Lipödem, Adipositas und psychischer Belastung.

Liposuktion: Was realistisch ist – und worauf es postoperativ ankommt

Eine fachgerechte Liposuktion kann Schmerzen und Bewegungseinschränkung deutlich reduzieren – wenn Erfahrung, Zeit und Technik stimmen. Prof. Taeger erläutert, welche Rolle Kompression postoperativ spielt, warum Lymphdrainage präoperativ kaum indiziert ist und wann konservative Maßnahmen wirklich noch nötig sind.