Moderne Diabetes-Technologien haben die Versorgung von Menschen mit Typ-1-Diabetes grundlegend verändert: Kontinuierliche Glukosemessung, Insulinpumpen und AID-Systeme verbessern Stoffwechseleinstellung und Lebensqualität spürbar. Der Fokus hat sich vom HbA1c hin zur Time in Range verschoben.
Doch nicht alle profitieren gleichermaßen. Im Interview erläutert Dr. Lanzinger, warum insbesondere ältere Erwachsene und sozial benachteiligte Patientengruppen bislang zu selten Zugang zu CGM, Pumpe und AID erhalten – und welche Rolle gezielte Schulung und Aufklärung dabei spielen müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt: die Lücke zwischen Studienergebnissen und Praxisalltag. Was unter engmaschiger Studienbetreuung funktioniert, lässt sich nicht automatisch in den Alltag übertragen. Dr. Lanzinger zeigt, wie Online-Angebote, Schulungen und kontinuierliche Kommunikation diese Lücke schließen können.
Schließlich geht es um eine zentrale klinische Frage: Warum kommt es auch unter modernster Technologie weiterhin zu schweren Hypoglykämien und diabetischen Ketoazidosen? Anhand von Registerdaten skizziert Dr. Lanzinger, welche Risikogruppen genauer betrachtet werden müssen – und warum Körperbewusstsein trotz aller Automatisierung unverzichtbar bleibt.