Allgemeinmedizin, Dermatologie

Rosazea behandeln – wenn die Hausmittel nicht mehr helfen

Hallo,

ich habe einen Patienten mit einer Rosazea. 58 Jahre alt, bis auf einen Bluthochdruck keine Vorerkrankungen und dieser ist medikamentös mit einer geringen Ramiprildosis gut eingestellt. Ich habe mit meinem Patienten Risikofaktoren für einen Schub der Beschwerden besprochen und seitdem trinkt er kaum noch Alkohol (mal zu einem Anlass; vorher trank er etwa 4 Bier/d).

Desweiteren habe ich ihm empfohlen die stark gerötete und auch leicht geschwollene Nase mal mit Umschlägen mit schwarzem Tee zu behandeln. Nachdem die Symptome etwas zurückgegangen waren, hat er jetzt wieder einen Schub und die Hausmittelchen helfen nicht.

Wie kann ich dem Patienten eine schnelle Linderung verschaffen? Niedrigkortisonhaltige Creme oder Ung. Cordes mit einem Antibiotikum?
Vielen Dank für Ihre Hilfe!

wenn gar nichts mehr hilft kann der Patient zum Selbstkostenpreis mithilfe von Lasern oder intensiv gepulstem Licht zumindest eine Linderung erfahren, da gibt es diverse Praxen, die sowas anbieten (meist kosmetische Eingriffe).

Meistens sind für ein zufriedenstellendes Endergebnis mehrere Behandlungen notwendig.


2 Mitglieder fanden folgenden Kommentar hilfreich

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

Bei Rosazea sind kortisonhaltige Externa absolut kontraindiziert. Sie können dem Patienten Metronidazolhaltige Cremes oder Lotionen verordnen oder Soolantra Creme , die seit Kurzem auf dem Markt ist.


OK, danke für den Tip. Ich hatte von Soolantra Creme bis dato noch nichts gehört. Ich habe mal eben etwas genauer nachgelesen…

Die Creme enthält das Insektizid Ivermectin und ist seit Mai auf dem deutschen Markt zur topischen Behandlung der Rosazea papulopustulosa zugelassen. Eine Phase-III-Studie konnte die Wirksamkeit gegenüber einer wirkstofffreien Creme bestätigen.

Eine weitere Studie konnte darüber hinaus sogar in der Langzeitbehandlung über vier Monate eine Überlegenheit von Soolantra Creme gegenüber einer metronidazolhaltigen Creme zeigen. Die beobachteten Nebenwirkungen umfassten: Brennen auf der Haut, Pruritus, lokale Hautreizungen sowie Austrocknung der Haut.

Da das Ivermectin über Cyp 3A4 verstoffwechselt wird, soll die Kombination mit starken Inhibitoren vermieden werden.
Zusammenfassend bietet diese Creme also eine gute Alternative bei Versagen der Hausmittelchen…


1 Mitglied fand folgenden Kommentar hilfreich

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

Als Ergänzung gebe ich gerne Pyratine XR. Viele Patienten sind hiermit glücklich wo Metronidazol usw. nicht geholfen haben. Weiterhin ist die Verwendung von Protopic (off-label) für Rosacea nicht unbekannt - s. Springer Verlag bezüglich den off-label Verwendung von Protopic, hier zu gibt es ein gutes Buch.


Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

Die Pyratine XR Cremevkenne ich nicht , siehat aber einen stolzen Preis ;)


Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

Sie ist auch nicht rezeptpflichtig!


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