Pädiatrische Intensivmedizin, Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin

Klystier in der pädiatrischen Rettungsstelle 4 Ärzte verfolgen diese Diskussion

Liebe Kollegen,

ich würde hier gerne einmal ein Thema zur Diskussion stellen, was mich beschäftigt. Wie Sie dem Beitragstitel entnehmen können, geht es um die Verabreichung von Klystieren in der pädiatrischen Rettungsstelle. In Fällen von unklaren abdominellen Beschwerden wird dies bei eher unauffälligen sonstigen klinischen Befunden gerne verabreicht, um auszuschließen, ob nicht eine obstipative Problematik hinter den Beschwerden steckt.

Dies ist im Kindesalter (v.a. Kleinkinder) bekanntlich relativ häufig. Ungeachtet dieser Indikation gibt es Kliniken, in denen von chefärztlicher Seite Klystiere untersagt sind, da diese klinische "Behandlungsmethode" als zu rabiat erachtet wird. Stattdessen werden orale abführende Maßnahmen, viel Flüssigkeitszufuhr, etc. empfohlen, so man denn keine andere Ursache der Beschwerden ausmachen kann. Nun würde ich gerne einmal wissen, wie Sie zu dem Thema stehen und ob Sie auch eher die Klystiergabe bei Kindern ablehnen oder dies als probates Mittel zur diagnostisch-therapeutischen Kombination im Routineeinsatz anwenden und gutheißen.

Viele Dank für Ihre Meinungen!

Dr. ...
Dr. ...
FA für Allgemeinmedizin

Hmm...so genau habe ich noch nicht die darüber nachgedacht, aber bei uns wird das regelmäßig durchgeführt. Ich denke wenn man vorher die Eltern aufklärt und versucht das Kind ein wenig zu beruhigen ist das kein Problem. Zwar ist das kein angenehmes Prozedere für die Kinder, aber es ist sehr effektiv und schnell. Ein Zäpfchen ist ja fast genauso schlimm, oder?


Die Entscheidung ist je nach individuellem Fall sinnvoll zu treffen. Bei uns werden Klystiere bei Kindern sehr zurückhaltend eingesetzt, sind aber nicht verboten. Bei dringendem Verdacht einer akuten Obstipation dient es natürlich dem diagnostischem Ausschluss und ist durchaus angebracht, vor allem auch um dem Kind den Leidensdruck direkt zu nehmen. In entsprechenden Fällen sind Klystiere meiner Meinung nach also bei Kindern nach altersgerechter Information und Einbezug der Eltern durchaus empfehlenswert.


Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

In unserer Abteilung gibt es kein ausgesprochenes Verbot. Je nach Leidensdruck wird entschieden. Ein extrem leidendes Kind mit offenen Differentialdiagnosen führt man gerne dieser schnellen abführenden Maßnahme zu, um die Diagnose wahrscheinlicher zu machen oder andere Ursachen zu demaskieren. Während bei hoher Wahrscheinlichkeit einer rein idiopathischen Obstipation die Eltern gern mit einem oralen Abführmittel und der Empfehlung der Flüssigkeitszufuhr nach Hause geschickt werden. In der Regel geht das sehr gut in der Häuslichkeit zu therapieren und ist für die Kinder weitaus angenehmer.


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