Allgemeinmedizin

Ein fleischloser Tag-ein verlorener Tag? 2 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 15 Ärzte verfolgen diese Diskussion

Der Vorschlag der Grünen über einen fleischfreien Kantinentag pro Woche stößt vielerorts auf regen Widerstand. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Franz-Josef Möllenberg spricht von "Bevormundung". Der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel, besteht darauf, dass "seine Mitarbeiter selbst entscheiden sollen, was sie essen". So viel Diskussion um einen einzigen Tag in der Woche, bzw. um ein einziges Mittagessen, an dem auch mal etwas anderes Fleisch gegessen werden soll. Ist es denn wirklich ein so gravierender Eingriff in meine Selbstbestimmung, wenn ich ein fleischloses Mittagessen verzehre? Gesund wärs ja allemal- aber wen interessiert das schon? :)

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

Es wird wohl noch einiges an Zeit vergehen, bis unsere Gesellschaft an einem Punkt ist, wo liebgewordene eigene Gewohnheiten und Bequemlichkeit für ein größeres Ziel zurückgestellt werden. Angesichts der unglaublichen Luftverschmutzung, die durch industrielle Massentierhaltung entsteht, und ebenso der Qualen, denen eine Unzahl von Tieren ausgesetzt ist, erscheint es ganz und gar unglaublich, wie viele Amt- und Würdenträger sich mit Händen und Füßen gegen einen doch recht milden Schritt in die richtige Richtung auflehnen (zumindest bei Politikern dürfte wie immer eine mächtige Lobby dahinterstehen). Dafür freue ich mich umso mehr, dass doch so viele Menschen ganz ohne "Zwang" zu der Überzeugung gelangen, dass weniger oft sogar mehr sein kann.


Dr. ...
Dr. ...

..Energiespralampen machen kaltes Licht und alle haben sich dran gewöhnt. Ein fleischloser Tag pro Woche ist gut für so einiges. Auch daran wird man sich gewöhnen. Nur sollte man es den Leuten schmackhafter verkaufen, so dass sich niemand bevormundet fühlt!


Dr. ...
Dr. ...

Also ich möchte mich dem nicht unterwerfen! Es gibt in den deutschen Kantinen heutzutage täglich mindestens ein vegetarisches Gericht zur Auswahl. Wer vegetarisch essen möchte, kann dieses gerne tun. Als nächstes könnte man noch über einen veganen Wochentag philosophieren. Oder wie wäre es mit einem Fischtag? Oder ein Rindfleischtag für all die jungen anämischen Frauen? Ich würde es begrüßen, wenn der Salatanteil der Gerichte steigt und auf eine gesunde und fettarme Küche geachtet wird. Für ein frisches gesundes Mittagessen würde ich definitiv auch gerne mehr ausgeben - nur bitte nicht qua Dekret verordnet.


Lieber Kollege,

die Polemik sei Ihnen gegönnt, nur möchte ich Sie hier an der Berufsehre packen: gerade die unbestrittene Ignoranz vieler Menschen bezüglich ihrer Ernährung hat medizinische Relevanz. Das kann Ihnen egal sein, sollte es aber nicht. Und täglicher Fleischkonsum mit allem, was dazugehört, ist eben ein relevanter Faktor. Ich finde es völlig richtig, dass die Politik hier agiert, es zumindest versucht. Zur Erinnerung: vor 30 Jahren wäre man für ein striktes Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen und Restaurants noch ausgelacht worden. Heute freuen wir uns darüber mehrheitlich (hoffe ich zumindest)


Dr. ...
Dr. ...
FA für

Es ist schade dass es sich ein Aufstand gegen solche mutige Initiative bildet. Es gibt aber zum Glück schon positive Schritte. In berliner Mensen zum Beispiel findet man täglich vegetarische Gerichte. Ein dreifarbiges Bewertungssystem wurde sogar vor einem Jahr eingeführt, grün für fettarme Gerichte bis rot für Gerichte mit großem Fettanteil. Innerhalb wenigen Wochen haben Mensen dann vom großen Erfolg des Konzeptes berichtet.


Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir wieder mehr Verantwortung tragen für das was wir tun. Würde jeder Mensch nur einen einzigen Tag in der Woche ohne tierische Produkte auskommen, könnte durch diesen verringerten Bedarf eine ungeahnte Menge an Ressourcen in Form von Wasser, Futtermittel, Nutzfläche, Fleisch natürlich sowie auch die anfallenden Fäkalien gespart werden. Ganz zu schweigen von den Kosten, die durch übermäßigen Fleischkonsum und dessen Folgen für die Gesundheit gespart werden könnten.

Man ist sich hierüber schon gar nicht mehr im Klaren und die meisten wollen davon auch nichts wissen. Im Gegensatz dazu möchte sich auch niemand vor Augen halten, wie der eigene Fußabdruck auf diesem Planeten wohl aussehen mag. Wenn ich also schon nicht selbstbestimmt in der Lage bin, mir und meinem Planeten etwas Gutes zu tun, dann denke ich, ist es die Aufgabe des Staates umweltfreundliches Verhalten zu fördern. Ich würde sofort für den Vorschlag der Grünen stimmen.


Dr. ...
Dr. ...
FA für

Ich kann über so einen Schwachsinn (fleischloser Tag) nur den
Kopf schütteln. Die Bevormundung ist anscheinend eine
deutsche "Grundtugend". Daneben bin ich über die Zustimmung
der meisten Kommetare ehrlich erchüttert.


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