Gastroenterologie (KuJ), Pneumologie (KuJ), Endokrinologie und Diabetologie (KuJ), päd. Nephrologie, Rheumatologie (KuJ)

Battered-Child-Syndrome 1 Arzt beteiligt sich an dieser Diskussion

Dr. ...
Dr. ...
FÄ für Kinderheilkunde / Kinder- und Jugendmedizin
Oldenburg
Liebe Kollegen,

ich bin schon seit vielen Jahren in der pädiatrischen Abteilung einer großen Klinik tätig und erlebe jährlich mindestens einen schweren Fall des Battered-Child-Syndromes. Den letzten Fall hatten wir vor 7 Monaten. Es wurde uns ein zweijähriges Mädchen mit Zustand nach Sturz vorgestellt. Doch ließen sich weitere diverse Hämatome, Bisswunden und ein subdurales Hämatom beidseits mit starken Netzhautblutungen diagnostizieren. Das Kind war seit einigen Stunden bewusstlos und verstarb schließlich am nächsten Morgen in unserer Klinik. Nach Gesprächen mit dem Jugendschutzgremium stritten die Eltern weiterhin eine wiederholte Misshandlung ab. Eine Untersuchung ihres zweiten Kindes ergab auch einige Hämatome an den Armen, sodass trotz ausbleibender Verurteilung der Eltern wenigstens das zweite Kind in Obhut genommen wurde.

Haben Sie ähnliche Fälle im Klinikalltag erlebt und wie sind diese ausgegangen? Gab es jemals eine Verurteilung eines Elternteils? Gibt es in Ihrer Klinik auch ein Jugendschutzgremium oder ähnliches?

Ich habe bisher nur selten Verdachtsfälle von Kindesmisshandlungen bei uns auf Station gesehen. Glücklicherweise war darunter auch kein so schwerer Fall wie der von Ihnen beschriebene. Das Vorhandensein eines entsprechenden Gremiums im Krankenhaus, welches sich intensiv mit Fragen des Jugendschutzes auseinandersetzt, halte ich für sehr sinnvoll. So kann ein professioneller Umgang mit den Betroffenen gewährleistet werden. In unserer Klinik gibt es sowas noch nicht, aber ich werde es auf der nächsten Abteilungssitzung mal ansprechen.


Auch wir hatten bisher „nur“ Verdachtsfälle, von denen sich glücklicherweise alle klären ließen. Der von Ihnen beschriebene Fall ist wirklich schockierend! Auch der Ausgang des Verfahrens ist nicht nachvollziehbar! Weshalb gab es keine Verurteilung? Wer war in diesem Fall der Kläger und was war die Begründung des Gerichts, Mangel an Beweisen? Es ist leider so, dass solche Fälle oft nicht hart genug geahndet werden (können), zum Teil auch durch die Vertuschung von Angehörigen mitverursacht, und mit welcher Hartnäckigkeit und Aufwand im Bereich Steuerhinterziehung vorgegangent wird.


Dr. ...
Dr. ...
FA für

Die Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Frankfurt a.M. hat seit einigen Jahren eine von der Kinderhilfestiftung Frankfurt-Offenbach e.V. unterstützte Kinderschutz-Ambulanz, geleitet von dem Neuropädiater Prof. Dr. Matthias Kieslich. Bei etwa 80% der dort zugewiesenen Kinder wurde eine Misshandlung bestätigt.


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