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Dr. ...


Auftreten von spinozellulären Karzinomen durch Etanercept?

Ich habe vor kurzem von einem Fall gehört, bei dem eine 85-jährige Frau mit schwerer Psoriasis nach langer Therapie mit Acitretin (Vitamin-A Säurederivat) aufgrund rasch progredienter Osteoporose auf Etanercept (Biological, TNF-alpha-Blocker) umgestellt wurde. Daraufhin entwickelte sie multiple spinozelluläre Karzinome und Carcinoma in situ. Sicherlich bringt sie auch Risikofaktoren zur Entstehung der spinozellulären Karzinome mit: hohes Alter, heller Hauttyp, langjährige UV-Belastung.

Dennoch: Wie hoch schätzen Sie das Risiko für die Entstehung von malignen Tumoren bei Therapie mit TNF-alpha-Blockern/Etanercept ein? Es gibt zahlreiche Studien und Fälle, die sich in diesem Punkt arg widersprechen, daher wär ich dankbar über Ihre persönlichen Erfahrungen!

Diskussion

2 Ärzte beteiligen sich an dieser Diskussion, 9 Ärzte verfolgen diese Diskussion
Dr. ...Dr. ...
Hämatologie und Onkologie, Immunologie

Wie Sie schon richtig bemerken, ist ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten maligner Prozesse und der Einnahme von TNF-alpha-Blockern nicht ausreichend geklärt. Wir müssen diesbezüglich wohl Langzeitstudien abwarten.

Ich sehe in dem von Ihnen geschilderten Fall eher das Absetzen von Acitretin als verdächtig für die Entstehung der spinozellulären Karzinome. Retinoide besitzen ein protektives Potential gegenüber der Entwicklung spinozellulärer Karzinome. Das würde ich in Ihre Überlegungen bezüglich der Malignomentstehung auf jeden Fall mit einbeziehen.

Dr. ...Dr. ...
Dermatologie, Allgemeinmedizin

Über dieses Thema kann man wahrlich unterschiedlichste Dinge lesen. Jedoch wird nahezu überall (mal mehr, mal weniger vorsichtig) angedeutet, dass es zu erhöhten Malignitätsraten unter Gabe von Etanercept kommt.

Die genaue Ursache dafür ist noch nicht erforscht. Aber eigentlich finde ich den Sachverhalt relativ logisch: Das Medikament hemmt den Tumurnekrosefaktors-alpha direkt. Schon der Name des betroffenen Zytokins verrät viel über seine Funktion. Im Grunde ist es bei sämtlichen Entzündungsprozessen beteiligt. Es reguliert die Aktivität von Immunzellen und hat außerdem einen wichtigen Einfluss auf Zellproliferation und Apoptose.

Schaltet man diesen Pfad des Immunsystems durch Etanercept ab, kann dies wohl auch zu schwerwiegenderen Folgen führen, zum Beispiel zur pathologischen Zellproliferation. Meiner Meinung nach ist es also durchaus denkbar, dass Etanercept cancerogene Eigenschaften aufweist. Wobei meine Ausführungen natürlich rein spekulativer Natur sind.

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Dr. Bodo Müller (Gründer von esanum)



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Dem Beitrag wurde folgendes Fachgebiet zugeordnet:
Dermatologie

Dem Beitrag wurden folgende Schlagwörter zugeordnet:
Psoriasis, Krebs, TNF-alpha-Blocker, Dermatologie

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letzte Änderung: 8.5.2012 18:23