Allgemeine HNO, Allgemeinmedizin

Ab wann Tonsillektomie? 6 Ärzte verfolgen diese Diskussion

Dr. ...
Dr. ...
Allgemeinmedizin
Hamburg
Eine junge Patientin stellte sich bei mir erstmals im Oktober letzten Jahres mit einer ausgedehnten Peritonsillitis vor. Sie habe dasAntibiotikum, das ich verordnet hatte nach eigener Aussage zwar komplett eingenommen, kam jedoch nach ungefähr sechs Wochen mit einer Bronchitis wieder. Wahrscheinlich war ein Etagenwechsel trotz des Antibiotikums eingetreten. Nachdem das überstanden war, kam sie nun im Januar allerdings wieder mit einer Tonsillitis unter Einbeziehung der hinteren Rachenwand und einer leichten Laryngitis.

Die Tonsillen der Patientin sind durch mehrere Infektionen im Pubertätsalter zerklüftet und hypertrophiert. Ich halte die Tonsillektomie für das Sinnvollste und verwies sie an den HNO. Allerdings gibt die Patientin an, dass diese Saison die erste seit langem sei, in der sie so häufige Infektionen hatte und scheint zögerlich. Auch fürchtet die Patientin Nebenwirkungen.

Was wäre Ihr Rat an dieser Stelle? Die Tonsillektomie scheint doch angebracht?

Wenn ihre Patientin selbst noch Bedenken bezüglich des Eingriffes hat, dann sollten sie wohl nicht dazu drängen. Ist der Leidensdruck bei ihr zu hoch, würd sie sich schon selbstständig dafür entscheiden. Ich bin ehrlich gesagt auch kein Freund der vorschnellen Tonsillektomie. Sicherlich gibt es Fälle, in denen sie ganz klar indiziert ist. Anderseits handelt es sich trotz allem um ein sekundäres lymphatisches Organ, das wohl auch seinen Nutzen hat.

Ist es also wirklich die erste Saison mit solchen Beschwerden, muss man die Patientin nicht gleich unters Messer legen


Dr. ...
Dr. ...
FÄ für

Nach einer Peritonsillitis wird eigentlich zu einer Tonsillektomie geraten, da bei einer erneuten Tonsillitis die Komplikationen deutlich erhöht sind und es mit zunehmender Vernarbung des umgebenden Gewebes durch die stattgehabten Entzündungen auch schwieriger wird die Tonsillen zu entfernen und die OP damit dann auch komplikationsreicher wird.
Ich würde mich aber wohl auch nicht operieren lassen, wenn ich keinen Leidensdruck hätte.
Da Ihre Patientin jetzt aber innerhalb von 6 Monaten 2 x eine Peritonsillitis durchgemacht hat, würde ich ich Ihr zu einer OP raten - ohne sie dazu zu drängen - und sie auf jeden Fall beim HNO vorstellen, um dessen Meinung einzuholen.


Liebe Kollegen, vielen Dank!


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